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Virenschutz - Update

Virenschutz-Update

Die Zahl der Angriffe auf IT-Systeme von Unternehmen nimmt weiterhin deutlich zu. Allein im Jahr 2025 ist die durchschnittliche Zahl neu entdeckter Sicherheitslücken pro Tag von rund 96 auf 119 gestiegen. Dies entspricht einem Anstieg von etwa 24 % gegenüber dem Vorjahr.

Parallel dazu hat sich die Qualität und Geschwindigkeit der Angriffsentwicklung durch den Einsatz von KI-Technologien erheblich erhöht. Angreifer sind heute in der Lage, deutlich einfacher und schneller komplexe Schadsoftware zu entwickeln und einzusetzen.

Vor diesem Hintergrund wird zunehmend deutlich, dass klassische Sicherheitsstrategien allein nicht mehr ausreichen, um den heutigen Bedrohungsszenarien zuverlässig zu begegnen. Eine gezielte Weiterentwicklung und Anpassung bestehender Schutzmaßnahmen ist daher erforderlich.

Mit dieser E-Mail möchten wir Ihnen die aktuellen Entwicklungen einordnen und Ihnen aufzeigen, welche Maßnahmen wir daraus für die zukünftige Absicherung Ihrer IT-Systeme ableiten.

Moderne Angriffsmethoden

Moderne Angriffsmethoden sind heute so ausgefeilt, dass sie in vielen Fällen erst spät erkannt werden können. Schadsoftware verfolgt dabei häufig nicht mehr das Ziel, sofort Schaden anzurichten. Stattdessen verbreiten sich Angriffe zunächst unauffällig und möglichst weitreichend im gesamten Netzwerk.

Erst wenn die Angreifer eine ausreichende Kontrolle über Systeme und Daten erlangt haben, erfolgen die eigentlichen Schadhandlungen, etwa Datenverschlüsselung, Sabotage oder der Abfluss sensibler Informationen.

Diese mehrstufigen und häufig hochgradig automatisierten Vorgehensweisen erschweren die Erkennung erheblich und erhöhen das Risiko für Unternehmen deutlich.

Anpassung der Sicherheitsstrategie erforderlich

Ergänzt durch Maßnahmen wie Gruppenrichtlinien, getrennte Backup-Netze, differenzierte Benutzerkonten und weitere organisatorische Schutzmaßnahmen basiert unsere Sicherheitsarchitektur derzeit auf drei zentralen Ebenen:

  • E-Mail-Filterung zur Abwehr von Phishing, Spam und Schadanhängen
  • Firewall-Schutz zur Kontrolle und Segmentierung des Netzwerkverkehrs
  • Virenscanner am Endgerät als letzte Verteidigungslinie

Obwohl sich diese Struktur über viele Jahre bewährt hat und wir in mehr als 30 Jahren keinen einzigen erfolgreichen Cyberangriff bei uns oder unseren Kunden verzeichnen mussten, haben wir unsere Sicherheitsmechanismen im Rahmen gezielter interner Tests unter realitätsnahen Bedingungen überprüft.

Hierbei wurden aktuelle Angriffsszenarien sowie moderne Schadsoftware gezielt simuliert. Die Ergebnisse zeigen eine deutliche Schwachstelle: den klassischen Virenscanner.

Der Grund liegt im grundlegenden Funktionsprinzip herkömmlicher Virenschutzlösungen. Diese erkennen Bedrohungen primär anhand bekannter Signaturen oder heuristischer Verfahren. Moderne Angriffe arbeiten jedoch zunehmend signaturfrei, nutzen legitime Systemwerkzeuge oder verteilen sich KI-gestützt über mehrere Stufen und Systeme.

Dadurch bleiben sie für klassische Virenscanner häufig unsichtbar oder werden erst erkannt, wenn bereits Schaden entstanden ist.

Der Schutz der Endgeräte – EDR

Eine Lösung dieser Problematik bieten sogenannte EDR-Lösungen (Endpoint Detection and Response). Diese überwachen Endgeräte kontinuierlich und erkennen Angriffe nicht nur anhand bekannter Signaturen, sondern insbesondere anhand ihres Verhaltens.

Dazu zählen ungewöhnliche Prozesse, auffällige Netzwerkverbindungen, Manipulationen am System oder der Missbrauch legitimer Werkzeuge.

  • Für Unternehmen mit weniger als 100 Arbeitsplätzen:

Hier empfehlen wir den Umstieg vom bisherigen Trend Micro Virenschutz auf Sophos Endpoint Protection 100. Das Produkt kombiniert einen modernen Virenschutz mit verhaltensbasierter Angriffserkennung und nutzt cloudbasierte Analyseverfahren.

In Verbindung mit einer Sophos Firewall können erkannte Bedrohungen automatisch weiterverarbeitet werden, beispielsweise durch die sofortige Isolierung betroffener Systeme.

Der Aufpreis gegenüber der bisherigen Lösung liegt bei ca. 1,30 € bis 1,60 € pro Gerät und Monat.

  • Für größere Umgebungen:

Sophos Endpoint Protection 100 ist auf Unternehmen mit bis zu 100 Endgeräten beziehungsweise maximal 10 Servern begrenzt. Wird diese Grenze überschritten, ist für die darüber hinausgehenden Systeme die unbeschränkte Vollversion zu lizenzieren.

Der Aufpreis liegt hierbei bei ca. 3,50 € pro Gerät und Monat. Der Preisunterschied ergibt sich insbesondere aus der Preisstruktur der bisherigen Lösung, bei der die Kosten des Trend Micro Virenschutzes mit steigender Geräteanzahl sinken.

Perfekter Schutz?

Auch wenn die empfohlenen Maßnahmen den Schutz deutlich verbessern, ist technisch noch ein höheres Sicherheitsniveau erreichbar.

Mit XDR-Lösungen (Extended Detection and Response) werden Telemetriedaten aus allen Sicherheitskomponenten – von Firewalls und Servern bis hin zu Endgeräten – zentral erfasst und in Echtzeit analysiert.

Dadurch lassen sich Auffälligkeiten nicht mehr isoliert betrachten, sondern als Bestandteil möglicher Angriffsketten erkennen und automatisiert verarbeiten.

Der dadurch erreichbare Sicherheitsgewinn ist erheblich. Gleiches gilt jedoch auch für die Kosten. Diese setzen sich aus Plattformlizenzen, verschiedenen Sensor-Komponenten sowie Leistungen für Monitoring und Incident Response zusammen und lassen sich kaum sinnvoll auf einzelne Geräte herunterrechnen.

In der Praxis entstehen schnell monatliche Kosten im mittleren zweistelligen Bereich pro Endgerät sowie zusätzliche jährliche Aufwendungen im vier- bis fünfstelligen Bereich für Überwachung und spezialisierte Reaktionsleistungen.

Zum Vergleich: Mit den von uns empfohlenen Maßnahmen liegt der Gesamtaufwand weiterhin deutlich unter 10 € pro Gerät und Monat.

Fazit

Die Gefährdung durch Sicherheitslücken ist real. Die aktuelle Entwicklung zeigt deutlich, dass die bisherige Sicherheitsstrategie allein nicht mehr ausreicht. Eine Anpassung ist daher aus unserer Sicht nicht nur sinnvoll, sondern notwendig.

Insbesondere der zunehmende Einsatz von KI-Technologien verändert die Bedrohungslage grundlegend. Werkzeuge, die früher ein hohes Maß an Fachwissen erforderten, stehen heute auch weniger erfahrenen Angreifern zur Verfügung. Dadurch sinkt die Einstiegshürde erheblich, während Qualität und Komplexität möglicher Angriffe weiter zunehmen.

Gleichzeitig ist uns bewusst, dass Investitionen in IT-Sicherheit stets im wirtschaftlichen Kontext betrachtet werden müssen. Gerade in der aktuellen wirtschaftlichen Situation ist es entscheidend, die richtige Balance zwischen Sicherheitsniveau und Kosten zu finden.

Unser Ansatz verfolgt genau dieses Ziel. Er bietet eine deutlich verbesserte Absicherung gegenüber dem bisherigen Stand, ohne die Kostenstruktur unverhältnismäßig zu erhöhen. Auch wenn technisch noch weitergehende Lösungen existieren, halten wir diesen Ansatz derzeit für den sinnvollsten Kompromiss zwischen Sicherheit und Wirtschaftlichkeit.

Bitte geben Sie uns eine Rückmeldung, wenn Sie die vorgeschlagenen Maßnahmen umsetzen möchten. Wir planen die Umstellung dann gemeinsam mit Ihnen.

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